Schottland 2007
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8. Juli   Nachdem ich schon 1998 mit dem Rucksack in Schottland war, konnte ich nun endlich  dieses herrliche Land mit dem Motorrad bereisen. Doch ein Aufenthalt auf einer Insel mit  einem Motorrad setzt meist eine Fahrt auf einer Fähre vorraus. Und so ein Ticket kann  doch sehr teuer sein, wenn man dieses sozusagen an der "Abendkasse" kauft, anstatt im  Vorverkauf. Deswegen eine Notiz an mich selbst: buche früh oder schwimm.  Das Verladen der Guzzi ging einfacher als gedacht. Ich hatte ein wenig Sorge wegen der  Befestigung des Motorrads aber Gurte sind genügend auf der Fähre und helfende Hände  sind eigentlich immer da. Entweder vom Bordpesonal oder andere Motorradreisende. 
Immerhin war die Sonne ständiger Begleiter, natürlich nur solange bis sich die Nacht  über die Fähre legte. In solchen Momenten kann ich die alten Seebären verstehen, die das  weite Meer ihr einziges Zuhause nennen. Am nächsten Morgen in Newcastle konnte ich  pünktlich um 10 Uhr (bzw 9 Uhr) von der Fähre. Da ich mir die letzten Tage immer  wieder eingeprägt habe, dass auf der Insel Linkverkehr herrscht, war es auch nicht  sonderlich schwer, sich daran zu halten. Allerdings wird es einem nicht leicht gemacht,  wenn ein Sattelschlepper seine Ladung Trucks so beläd, dass man ständig den Kühlergrill  vor Augen hat.   Aber ich liess mich nicht lange davon ablenken und genoss die Landschaft. 
An der schottischen Grenze bei Berwick- upon - Tweed
Laut Beschilderung extra motorradfreundliche Strassen gebaut?
Ich fahre an Edinburgh vorbei nach Queensferry zum Firth of Forth. Dort steht die berühmte Forth Railway Bridge. Aber da ich zwar nur einen Eisenhaufen fahre und keine Dampflock, nehme ich die Autobrücke. Und diese kostet natürlich Maut. Aber für Motorradfahrer anscheinend nicht. Oder der Pförtner hatte heute einen guten Tag, denn er winkte mich freundlich an sich vorbei.
Wenn ich auf der anderen Seite bin, werde ich nur noch kleine Straßen fahren. Deshalb fahre ich weiter über Dunfermline nach Crieff. Diese Strecke ist schon richtig super und das Wetter kann nicht besser sein.
      Trotz kleiner Erinnerungshilfe im Cockpit,    hat es mich zwei Mal auf die falsche    Straßenseite verschlagen. Ausser wild    winkenden Einheimischen ist nichts passiert.
Das Städtchen Crieff ist richtig schnuggelich. Als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Alles geht hier etwas gemütlicher zu. Auf der Suche nach einem Campingplatz habe ich nur einen Platz für Wohnmobile gefunden aber die Frau am Empfang hat mir sehr nett den Weg zum nächsten Campingplatz erklärt. Und der ist in Comrie. Dort liegt der Platz sehr ruhig. Nun ja, es war so lange ruhig, bis eine laute Horde aus Unna angetrapt kam. Für den 10. Juli habe ich folgende Tour geplant: Trochry - Rattray - Braemar - Crathie - Tominotul - Grantown on Spey - Nairn In diesem Abschnitt meiner Reise war nicht viel los. Also im Sinne von Menschen nicht viel los. Genau so reise ich am liebsten. Weit und breit niemand zu sehen. Nur die Natur um sich herum. Allerdings war die Natur heute sehr windig und ab und an musste ich mich mit dem Motorrad gegen den Seitenwind stemmen.
Devils ellbow
In Nairn auf dem Campingplatz angekommen, gemütlich das Zelt aufgebaut und da  bin ich dann noch mal mit der Quota los und erkunde die Gegend und mache Fotos.
Mit einem Glücksschwein macht man ja nie was verkehrt. Und man kann die folgende Situation als Pech ansehen aber ich denke, das Schwein hat mir tatsächlich Glück gebracht. Als ich nun wieder zurück zum Campingplatz fahren wollte, sprang die Guzzi nicht mehr an.....Nun kann man sich entscheiden in Panik zu geraten, oder sich wimmernd vor das Motorrad zu schmeissen. Ich habe beide Alternativen erst einmal in die Rubrik Plan B sortiert. Jetzt brauchte ich erst einmal meine ganze Kraft das Motorrad zum Campingplatz zu schieben, der glücklicherweise nicht mehr weit weg ist. Kaum schieb ich die Guzzi 10 Meter und es hält schon ein einheimischer Motorradfahrer an. Als ich ihm die Situation erklärt habe, hat er mir erst einmal geholfen das Motorrad auf einen Hügel zu schieben. Und so wurde das Problem gleich gelöst und die Quota brabbelt wie gewohnt vor sich hin. Natürlich bedanke ich mich bei dem netten Mann und er fragt mich wo ich denn übernachte. Als ich den Campingplatz erwähnte, bot er gleich an, dass er kurz nach Hause fahren würde und Werkzeug holt und dann kommt er zum Campingplatz und schaut sich das mal genauer an. Und er kam dann auch kurze Zeit später und wir tranken zusammen ein Bier. Und es gesellten sich noch zwei polnische Camper zu uns und es wurde ein lustiger Abend. Ach so...und das Problem lag am Anlasser.
11. Juli Geplante Tour heute: Nairn - Inverness - Muir of Ord - Dingwall - Lairg - Brora - Wick - John o´Groats
In aller früh das Zelt gepackt und los. Ich denke an nichts Schlimmes und schon passiert’s....Besser gesagt es passiert nichts. Die Quota macht mal wieder keinen Mucks. Aber zum Glück sind die Polen noch da und schieben mich an. Eine ganze Strecke lang trau ich mich gar nicht anzuhalten und wenn, dann nur auf einem Berg. Aber bisher lief alles gut.
Kühe sind schon ein neugieriges Volk
Nach diesem besonderen Fotoshooting fahr ich weiter nach Wick und dort tank ich erst mal. Auch wenn es hier recht teuer ist, tanke ich meine Reservekanister auf. Vielleicht lag es an meiner nicht ganz so ruhigen Hand oder an der viel zu kleinen Öffnung am Kanister....oder einfach nur daran, dass wenn ein Kanister voll ist, dann läuft er über. Jedenfalls schütt ich mir ganz gepflegt eine Pfütze über meine Schuhe....naja vielleicht hilfts gegen Schweissfüsse.
Heute bin ich ganz froh in John O’Groats am Campingplatz anzukommen.
Nachdem das Zelt steht, schnapp ich mir noch die Kamera und geh zur Küste um die berühmten Puffins ( Papageientaucher) zu beobachten. Aber leider sind keine zu sehen. Vielleicht sind die auch im Urlaub. Dafür sieht man umso mehr davon im hiesigen Souveniershop. Auf Tassen gemalt, in Kissen gestickt und in kitschigen Schneekugeln. Vielleicht hat jemand die armen Vögel eingesammelt und in diese Schneekugeln gesteckt....sehr mysteriös.
Auf dem Campingplatz hab ich noch nette Holländer getroffen. Sie waren auch mit jeweils zwei Rädern unterwegs. Aber ohne Motor. Und in ganz Europa fahren die. Ohne Motor. Naja immerhin umweltfreundlich ist das. Heute am 12 Juli fahr ich wieder etwas landeinwärts. Die Highlands sind einfach ein Traum. Am Loch Naver eine Pause gemacht und diese stille Atmosphäre ist schon beeindruckend.
Dunnet Head. Der nördlichste Punkt von Main Schottland.
Schöner wohnen. Ohne nervige Nachbarn
Ab Loch Hope gibt es das volle Programm für die visuelle Glückseeligkeit. Leider sind im Jahr 2008 meine fotografischen Fähigkeiten noch etwas dilletantisch und die Fotos aus dieser Gegend sind mir recht gut mißlungen. Aber das ist schon ein Grund, dass ich dieses Land auf jeden Fall wieder befahren muss. Einige genüssliche Kilometer weiter standen zwei britische Motorradfahrer am Strassenrand mit einer offensichtlichen Panne. Meine Kenntnisse über das finden von Defekten an Motorrädern ist eher nicht zuverlässig, ausser es ist ein Platten. Den erkenn ich sofort. Aber trotzdem halte ich natürlich an und frag die beiden, ob ich helfen kann. Ich verstand nicht so so recht was ihr Problem war, bis ich eine Sicherung in der Hand von den beiden sah. Ich bot ihm eine neue an aber die konnte er offensichtlich nicht gebrauchen.
Bei Durness gibt es zum Glück einen Campinplatz. Denn hier bleibe ich für zwei Nächte und werde am nächsten Tag die Gegend zu Fuß erkunden. Der Platz ist günstig. Für zwei Nächte bezahl ich nur 10 Pfund. Allerdings sind die Duschen nicht so hübsch anzusehen. Aber es ist noch in Ordnung. Im Ort gibt es einen “Spar”. Dort geh ich erst einmal einkaufen. 13. Juli Der Ausblick vom Campingplatz ist großartig.
Während des Frühstücks bekomme ich Besuch. Viel Besuch. Die ansässigen Möwen sind wohl der Meinung, dass ich mein Essen mit ihnen teilen muss. Dafür machen sie sich auch wirklich sehr gut als Fotomodel......
Als Dankeschön wurde mein Zelt vollgeschissen. In diesem Moment fragte ich mich, wie schmeckt wohl gegrillte Möwe? Und gab noch ein paar unverständliche Flüche gen Himmel von mir. Nachdem ich das Zelt gereinigt habe, schnappe ich mir die Kamera und erkunde die Umgebung. Ich gehe ein Stück durch Durness und folge dann einem Schild, welches wohl einen Wanderweg auszeichnet. Allerdings war von diesem Weg nach kurzer Zeit nichts mehr zu sehen und ich stolper die eine Düne hoch und die andere wieder runter. Irgendwann hab ich dann vollends den Überblick verloren. Dafür bin ich auf einen Haufen von Knochen gestossen. Das ist jetzt auch nicht wirklich hilfreich in der Situtation. Aber schön ist es hier.
Nach einer Weile hab ich dann wieder Spuren der Zivilisation gefunden und einen Strand. Menschenleer und ruhig lag er so vor mir.