Pyrenäen 2010 Teil 2
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Die Bucht von Portlligat hat in der Abendsonne seinen eigenen Charme. Die Touristen sind fast spurlos verschwunden und man kann hier einen ruhigen und beschaulichen Abend genießen.
Ruhige Zeiten
Ich fahre ein paar Kilometer weiter nach Osten. Nach Cap de Creus. Der östlichste Punkt von Spanien. Und sehr windig. Hier beginnt nun mein eigentliches Projekt. -Die Pyrenäen von Ost nach West-.
Der nächste Tag
Cap de Creus
Es geht weiter nach Westen. Die Fahrt Richtung Figueres ist eher langweilig. Das Dali Museum in Figueres lasse ich dieses Mal links liegen, weil ich Mopped und Gepäck nicht so lange in der Stadt alleine lassen will. Und in ganzer Moppedmontur durch ein Museum zu latschen hab ich bei der Hitze auch weniger Lust. Die Hitze ist hier irgendwie allgegenwärtig. Selbst auf dem Motorrad kann man hier nicht wirklich auf einen abkühlenden Fahrtwind hoffen. Aber sobald es in die Berge geht, wird es sehr angenehm und die Straßenführung macht auch wieder mehr Spaß.
Bei La Forge de Cerdans wollte ich weiter auf die D 115 über Le Grau. Doch kurz vorher war die Straße gesperrt. Ein freundlicher französischer Autofahrer fragte mich wohin ich wollte und da es auch sein Weg war, bot er mir an, daß ich ihm folgen sollte. Dieser Weg war dann doch recht abenteuerlich und ich frage mich, ob er jemanden mit einer Sportmaschine auch hier lang geschickt hätte.
Ich bin wohlbehalten auf der N 260 angekommen und diese ist teilweise sehr schön zu fahren. Bei Tolorin schlage ich mein Zelt auf.
Mittwoch 7.6.2010 Gestern hatte ich an der Rezeption des Campingplatzes niemand angetroffen und wollte also heute meinen Platz bezahlen. Heute war dort allerdings auch niemand zu finden. Nach kurzem Überlegen fuhr ich dann ohne zu bezahlen weiter. Wer sich so gegen mein Geld wehrt, dem will ich mich nicht aufdrängen. Heute also weiter die N 260 über La Seu d’Urgell. Ein paar Kilometer weiter komme ich zu den Congost de Collegats.
Im Canyon "Desfiladero del Collegats" der Katalonischen Pyrenäen hat der Fluss den weichen Kalkstein zu roten, ockerfarbenen und grauen Klippen ausgeformt.
Bei Ainsa ist ein Campingplatz mit Pool. Darauf lege ich ja sonst keinen Wert aber bei diesen Temperaturen ist das schon eine feine Sache. Wäre noch schöner gewesen, wenn der Pool nicht mit Kindern voll gewesen wäre.
Dieser Kreisverkehr war nicht schlecht. Da kann man den ganzen Tag im Kreis fahren und es ist immer schön.
Wasserbaum
Embalse de Escales bei El Pont de Suert
Der nächste Tag verspricht wieder gutes Wetter. Das heisst aber auch sehr warmes Wetter. Aber zunächst fahre ich bei Escalona in den Canyon de las Cambras. Kann ich empfehlen dort durch zu fahren. Aber Achtung. Das ist eine Einbahnstraße. Zum Glück, denn die Straße ist sehr schmal und in einem miserablem Zustan. Aber das tut dem Vernügen keinen Abbruch.
Weiter geht es Richtung Norden über den Col du Pourtalet (1794 m).
In den Bergen ist das Klima sehr angenehm. Nicht zu kalt und vor allem nicht zu heiss.
Col du Somport
Sobald es wieder runter von den Bergen in die Ebene geht, wird es wieder heiss und schwül. Als ob das nicht schon genug wäre, komme ich noch einer Polizeikontrolle vorbei. Die fahren ganz schön auf. Nagelbretter auf der Straße und die Polizisten sind mit Machinengewehren ausgestattet. Da hat man doch gleich mal pauschal ein schlechtes Gewissen. Aber ich sehe dann wohl doch harmlos oder langweilig aus und sie nehmen von mir kaum Notiz und ich troll mich weiter. In Jaca tanke ich und beschließe meinen ursprünglichen Plan, die Pyrenäen von Ost nach West zu durch fahren, abzubrechen. Es wird mir hier eindeutig zu heiss. Heute übernachte ich in Sabinanigo und morgen werde ich wieder in die Berge fahren. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut habe, gönne ich mir in dem Restaurant, welches zu dem Campingplatz gehört, ein Essen. Mit Roséwein. Ich hatte wohl ein 3 Gänge Menu bestellt. Doof, wenn man eher spärlich spanisch spricht. Dazu kam statt einem Glas Roséwein eine ganze Flasche. Nun ja, wenn feudal, dann richtig. Der erste Gang hätte für eine Kleinfamilie gereicht. Den Hauptgang habe ich auch nur noch geschafft, weil der so lecker war. Nachtisch muss auch noch, denn es gibt einen Chocolate Sponge Bob Cake. Keine Ahnung was das sein soll aber bei Schokolade entfällt mir spontan das Wort -nein-. Nach diesem Essen und einer halben Flasche Wein befürchte ich fast, daß meine arme Guzzi morgen viel rackern muss.
Freitag 9.6. Heute fahr ich also wieder in die Berge. Und das ist eine gute Entscheidung. Schon bald, bei Roncal bin ich wieder so gut wie alleine unterwegs auf den Straßen und die Gegend ist wirklich sehenswert.
Die Fahrt über den Col de la Pierre St. Martin ist spitze. Aber das Wetter auf der anderen Seite (Frankreich) verheisst nichts Gutes. Das hält mich aber nicht davon ab einen Abzweig Richtung Lourdios-Ichère zu nehmen. Sehr schmale Straße und menschenleer. Dafür trifft man hier andere Gesellen. Die sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Was hier wohl nötiger ist? Verhaltenstherapie oder Pediküre?
Nun wurde es immer nebeliger und ziemlich unheimlich. Aber trotzdem macht es unheimlich viel Spaß hier zu fahren. Vielleicht war das auch eine Vorahung, daß dieses bisschen Nebel noch gar nichts ist, was mir noch bevorstehen sollte nach Laruns.
Soviel Nebel hatte ich bisher auch noch nicht gehabt. Praktisch im Blindflug rauf auf den Col d’Aubisque und den Col du Soulor wieder runter. Ich hoffe nur, daß die Fahrt morgen über den Tourmalet besser wird. Schon im Dorf Eaux Bonnes konnte ich so gut wie nichts mehr sehen. Daß ich plötzlich in einem Kreisverkehr stand, erkannte ich auch nur,weil ich das auf dem Navi gesehen habe. Eigentlich hätte ich hier umkehren oder zumindest Rast machen sollen. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt und vielleicht hört der Nebel ja bald auf. Das tat er natürlich nicht. Als ich oben angekommen bin sah ich nur vereinzelte Schafe. Aber nur, weil die direkt neben mir standen.Weiter konnte man nicht sehen.Und die Erfahrung durch einen unbeleuchteten Tunnel zu fahren,der voll bis obenhin mit Nebel ist, muss ich auch nicht noch einmal erleben. (als ich nach meiner Reise wieder zu Hause war, schaute ich mir im TV die Tour de France an. Dort konnte ich dann sehen, wie es auf dem Col d’Aubisque und Col du Soulor aussieht) In Argeles-Gazost schlage ich mein Zelt auf. Leider wieder mit viel Animation und Spaßbad. Und dafür zahl ich stolze 22,80 €. Anscheinend ist in diesem Preis auch die freihaus Lieferung von frischem Kanninchen inbegriffen.
 Dieses Mal ist er aber noch heil davon gekommen.  Meine Pfanne ist zu klein.
Meine Hoffung, daß das Wetter heute besser ist, hat sich erst einmal nicht erfüllt. Aber immerhin ist es nicht so nebelig wie gestern. Vielleicht hatte ich auch diesmal mit einem Mantra das gute Wetter herauf beschworen (" Lass die Sonne in dein Herz,lass die Sonne in dein Herz,lass die Sonne....") Jedenfalls fuhr ich ein paar Kilometer durch Nebel und dann plötzlich löste er sich auf und ich fuhr auf einen blauen Himmel zu und da war er zu sehen: der Tourmalet. Die Strassen wurden neu gemacht. Zumindest sah man keinen einzigen Schriftzug mehr von der letzten Tour de France auf dem Asphalt und die nächste stand ja schon praktisch in den Starlöchern.